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Dissertationsprojekt Reima Välimäki

Converting the heretics and controlling the laity.

The mission and writing of Petrus Zwicker, a late medieval inquisitor and German provincial of Celestines

In den letzten Jahren des 14. Jahrhunderts brachen überall in den deutschsprachigen Landen Verfolgungen gegen Waldenser aus. Diese Welle der Verfahren und Urteilen war eine der großen Ketzerkampagnen des Spätmittealters. Im Zentrum dieser Waldenserjagt stand der Provinzial der deutschen Cölestiner, Petrus Zwicker, der von 1391 bis 1403 im weiten Gebiet als Inquisitor der Ketzerei tätig war. Meine Doktorabhandlung ist eine kultur- und geistgeschichtliche Studie über diesen Inquisitor und sein Werk, officium incuisitionis, im Kontext von theologisch-politischen Auseinandersetzungen des Großes Schismas, dem Ruf nach Kirchenreform und Debatten über ratsame und bedrohliche Laienfrömmigkeit.

Obwohl die Geschichtsforschung seit dem spätem 19. Jahrhundert einen großen Teil dieser Verfahren kennt, und man über einzelne Inquisitionen und Bereiche sowohl Studien als auch Editionen publizierte, gibt es noch keine umfangreiche Abhandlung über die Ursache und den Mechanismen dieser Verfolgung: Warum wurden die Waldenser, die im deutschsprachigen Gebiet seit dem 13. Jahrhundert präsent waren und die größtenteils nur von okkasionellen Verfolgungen getroffen wurden, am Ende des 14. Jahrhundert heftig gejagt? Warum wurde ein Provinzial und Prior der Cölestiner, die keineswegs ein „gewöhnlicher“ Orden für einen Inquisitor waren, eine so zentrale Figur? Und wie haben die Zeitgenossen, Laien und Geistliche, das Problem der Ketzerei, zumal die Waldenser, wahrgenommen?

Diese Fragen versuche ich anhand gerichtlicher, normativer und liturgischer Quellen aus Zwickers Inquisitorbetrieb, seinem Traktat gegen die Waldenser als auch durch zeitgenossene Literatur und Urkunden zu beantworten.

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