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Aktuelles

  • Vortrag von Amalia Fößel entfällt
    13.11.2018, Di. 18 Uhr, in N.10.20[mehr]
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    Artikel vom 05.11.2018[mehr]
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    13.11.2018, 16 Uhr, HS 18[mehr]

Elena Kunadt, M.A.

Wiss. Mitarbeiterin für Wissenschafts- und Technikgeschichte

Forschung

Interessen: Technikgeschichte/-philosophie, Wissenschaftsgeschichte/-philosophie

genauer: Umweltgeschichte, Pestizidgeschichte, Agrargeschichte, Konsumgeschichte, Ökotoxikologie, Wasserreinhaltung

 

Dissertationsprojekt

Arbeitstitel:
Die Kontroverse um Atrazin. Ein Vergleich des bundesdeutschen und US-amerikanischen Umgangs mit einer „Umweltchemikalie“, 1950-1990.

Das Dissertationsprojekt behandelt den Entwicklungs- und Gebrauchskontext des herbiziden (unkrautvernichtenden) Wirkstoffs ‚Atrazin‘ in verschiedenen Regionen der USA und der BRD. Eingebettet in den größeren Zusammenhang des „Interdisziplinären Zentrums für Wissenschafts- und Technikforschung (IZWT)“ der Bergischen Universität Wuppertal wird das Projekt sowohl von Prof. Dr. Heike Weber (Technikgeschichte) als auch Prof. Dr. Thomas Heinze (Soziologie) betreut. Der Untersuchungszeitraum beginnt mit der ersten Synthese des Wirkstoffes 1952 (J.R. Geigy AG, Basel), was zugleich auch die Geburtsstunde der synthetischen Herbizid-Industrie darstellt, und endet mit dem bundesdeutschen Verbot 1991.
Atrazin war ein Ergebnis gezielter Forschungen zur Verbesserung der Nahrungsmittelproduktion mit Hilfe synthetischer Unkrautvernichtungsmittel und wurde recht schnell zu dem umsatzstärksten Herbizid weltweit. Nach einer längeren Phase des großflächigen Einsatzes, wurden die Wirkstoffrückstände zu einem Problem für das Grund- und Trinkwasser. Aufgrund dessen verweigerte die bundesdeutsche Umweltbehörde eine weitere Zulassung von atrazinhaltigen Mitteln Anfang 1991, während der Wirkstoff in den USA zu einem festen Bestandteil des industriellen Maisanbaus wurde.
Mein bisheriges Forschungsziel ist es, den unterschiedlichen Umgang zweier nationaler Umweltbehörden mit einer großflächig eingesetzten Agrochemikalie zu erforschen. Im Zentrum steht dabei die Wissensgenerierung, -interpretation und -verbreitung von Atrazin in verschiedenen Akteursgruppen und die konkrete Einbindung des Entscheidungsprozesses in nationale und regionale Kontexte.

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The Controversy about Atrazine: Comparing Two National Ways of Dealing with an Environmental Hazard

Supervisors: Prof. Dr. Heike Weber, History of Technology; Prof. Dr. Thomas Heinze, Sociology.

About 300 chemicals are currently used as pesticides in agriculture, most of which are much neither noticed nor talked about. Atrazine, the mainstay of industrialized corn production, figures as a prominent exception and has stirred public, scientific, and political debates for more than sixty years now. My research analyses the contexts of the production and use of atrazine in the U.S. Corn Belt and West German corn-growing areas, 1950-1990.
Soon after the first years of applying the substance an environmental side effect was notable, namely the extremely slow degradability of the active substance, leaving residues in soil, ground, and drinking water. Since the economic benefits seemed undisputed, the highly effective herbicide was kept in use for some decades. In 1991, the German Umweltbundesamt (UBA: German environmental protection agency) banned the use and selling of atrazine. Meanwhile the U.S. Environmental Protection Agency (EPA) continues to declare atrazine as safe, keeping it in use until today.
Based on the alternating knowledge about atrazine and the regional preconditions of its production and use I would like to find out, how two national environmental authorities come to opposite decisions in terms of the hazard of the same chemical substance.
It is a given that there are fundamental differences of the size and relevance of the corn market and industry in both nations. But on top of this, as I argue, the contradicting national decisions on atrazine reveal different interpretations of the same scientific knowledge and “non-knowledge”.