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Aktuelles

  • Exkursion nach Potsdam 30. Sept. - 4. Okt.
    Anmeldung bis Fr. 6. Juli 2018[mehr]
  • Sprechstunde und Veranstaltungen entfallen am 26.6.
    Jun.-Prof. Dr. Étienne Doublier[mehr]
  • Zusätzliche Sprechstunde am 27.06.
    Dr. Agnes Laba[mehr]
  • Interdisziplinäres Mediävistisches Kolloqiuium
    Dienstags, 16-18.00 Uhr, U.12.03[mehr]
  • Seminar Italien im Film
    18.04, 16.05. und 27.06.2018[mehr]

Dr. Bastian Walter-Bogedain

Wiss. Mitarbeiter für Mittelalterliche Geschichte

Forschung

  • Außenpolitik und Diplomatie im Mittelalter
  • Geschichte der Spionage im Mittelalter
  • Völkerrechtsgeschichte
  • Wissensgeschichte
  • Gefangene Könige im Mittelalter
  • Geschichte der Schweiz im Mittelalter
  • Geschichte Frankreichs im Mittelalter

Habilitationsprojekt

„Rex Captivus. Gefangene Könige im westeuropäischen Hoch- und Spätmittelalter (12.-16. Jahrhundert)“

Präsenz war im Mittelalter ein wesentliches Merkmal der Herrschaft und Macht von Königen. Daher verdienen Zeiträume, in denen die Könige abwesend waren, eine besondere Beachtung. Dies gilt vor allem dann, wenn diese Abwesenheiten durch Gefangenschaften herbeigeführt wurden. In dem Habilitationsprojekt sollen die Folgen untersucht werden, die aus den Gefangenschaften von Königen im hoch- und spätmittelalterlichen Westeuropa (England, Schottland, Frankreich und römisch-deutschen Reich) resultierten. Die hohe Zahl von über achtzig Königen in Gefangenschaft im europäischen Mittelalter belegt, dass es sich bei ihnen um keine Einzelfälle, sondern vielmehr um Vorgänge handelte, die zahlreiche Könige betrafen und weitreichende Folgen für sie selbst und ihre Königreiche hatten. Dabei macht es einen erheblichen Unterschied, ob ein König von einem Teil der eigenen Bevölkerung - etwa von Aufständischen - ergriffen wurde oder ob die Gefangennahme auf fremdem oder auf eigenem Territorium durch auswärtige Mächte erfolgte.

Das Projekt ist strukturell-vergleichend angelegt und einem Ansatz verpflichtet, der politik- und kulturgeschichtliche Fragestellungen miteinander kombinieren und in vier Schwerpunkten behandeln soll. Der erste Schwerpunkt untersucht den Verlauf der Gefangenschaften der Könige. Über die signifikante Wiederholung von Handlungsmustern Regeln sollen erkannt und bezeichnet werden, die während der Gefangenschaft von Königen und im Umgang mit ihnen galten, aber noch nicht schriftlich fixiert wurden. Demgegenüber betrachtet der zweite Schwerpunkt die Folgen der Gefangenschaften für die macht- und herrschaftspolitischen Gefüge in den untersuchten vier Königreichen während der Gefangenschaften der Könige. Damit sollen Einsichten in die strukturelle Entwicklung von Königsherrschaft und in den Wandel von Bild und Funktion des Königs gewonnen werden. Der Zeit nach den Gefangenschaften wendet sich dann der dritte Schwerpunkt des Projekts zu, in dem die kurz- und mittelfristigen Folgen der erzwungenen Abwesenheiten für die Herrschaftspraxis der Könige behandelt werden. Die Kenntnis der Mittel und Praktiken, die von den Königen zur Wiederherstellung ihrer Macht angewendet wurden, erlaubt ein tieferes Verständnis von königlicher Macht und Autorität im Mittelalter und ihrer Ausübung. Die Gefangenschaften der Könige hatten jedoch auch langfristige Folgen, die sich vor allem in der theoretischen Legitimation von Königsherrschaft niederschlugen und deren Untersuchung den vierten Schwerpunkt des Projekts bildet. Vor dem Hintergrund der Krisenerfahrung „Gefangenschaft“ ist diese Folgewirkung vor allem hinsichtlich der Aushandlung von Konzepten von Souveränität sowie für die Entstehung und Entwicklung völkerrechtlicher Vorstellungen zu beschreiben, die erst in der frühen Neuzeit schriftlich fixiert wurden. Gerade der letzte Punkt verdeutlicht das perspektivische Potenzial des beantragten Projekts, das über den Untersuchungszeitraum hinausweist.

Vorträge

2007

  • "Und mústent ouch lang vor im knúwen?" Symbolische Kommunikation als Argument für politische Ressentiments der Reichsstadt Bern im Spätmittelalter (Universität Bern/Schweiz)
  • Von "guten frunden" und "verschwigenen knechten". Informelle Kommunikationssysteme und alternative Informationskanäle zwischen Bündnispartnern. (Tagung "Ligues et espace" der Mission historique francaise en Allemagne und der Université Marc Bloch, Strasbourg)
  • Träger, Räume und Vollzug städtischer Außenpolitik am Beispiel der Stadt Bern im Vorfeld der Burgunderkriege (1469-1474) (International Medieval Congress, University of Leeds)

2008

  • Symbolische Kommunikation als Argument (Oberseminar, Prof. Dr. Birgit Studt, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.)
  • "Will ich nit schlafen und uch die verkunden!" Spionage während der Burgunderkriege (Forschungsseminar von Prof. Dr. Valentin Groebner an der Universität Luzern/Schweiz)

2009

  • Spionage- und Kundschaftersysteme der Stadt Straßburg im Kontext der Burgunderkriege. (Internationale Tagung "Neue Forschungen zur elsässischen Geschichte im Mittelalter", Albert-Ludwigs-Universität/Freiburg i. Br.)

2010

  • Kundschafter und Spione im oberrheinisch-eidgenössischen Raum während der Burgunderkriege (1468-1477) (Vortrag bei der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein, Generallandesarchiv Karlsruhe)
  • Out on spying: Espionage during the Burgundian Wars (1468-1477) (International Medieval Congress, University of Leeds)
  • "Und nennt meinen Namen mit keinem Wort!": Informelle Kontaktnetze in der Eidgenossenschaft und am Oberrhein im Vorfeld und während der Burgunderkriege (1468-1477) auf der Tagung "Grenzen der Netzwerke", Universitäten Bern und Fribourg.
  • Geheime Informationskanäle und informelle Kontaktnetze während der Burgunderkriege (1468-1477) (Oberseminar Prof. Dr. Heribert Müller, Universität Frankfurt a. M.)
  • Städtische Spionage und geheime Informationsbeschaffung während der Burgunderkriege (Forschungskolloquium Vormoderne, Technische Universität Braunschweig)
  • Von guten Freunden und mitteilsamen Vettern: Die Bedeutung von informellen Kontakten für die städtische Außenpolitik im Spätmittelalter (Oberseminar zur Frühen Neuzeit von Prof. Dr. Hillard von Thiessen, Universität zu Köln)

2011

  • Informal interactions and secret relations between cities: Espionage and information-gathering during the Burgundian Wars (1468-1477) (Open Workshop "Socio-environmental dynamics over the last 12,000 years: the creation of landscapes II", Session 4, Christian-Albrechts-Universität Kiel)
  • Von "Waghälsen in verkehrten Kleidern": Spionage während der Burgunderkriege (Kolloquium zu aktuellen Forschungsproblemen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Universität Bielefeld)
  • Vom okkasionellen Hörensagen zum professionellen Augenzeugen: Spione und Kundschafter und ihre Bedeutung für die spätmittelalterliche Politik (Internationale Tagung "Der Augenzeuge: Geschichte und Wahrheit im epochenübergreifenden Vergleich", Universität Konstanz)
  • Der Stadtschreiber und der Student: Die Bedeutung informeller Kontaktnetze für die Außenpolitik Ende des 15. Jahrhunderts (Lehrstuhlkolloquium Bochum/Münster 2011)

2012

  • Spionage und Gegenspionage während der Burgunderkriege (Kolloquium "Mittelalter" von Prof. Dr. Sigrid Hirbodian, Eberhard Karls-Universität Tübingen)
  • Infomell = inoffiziell? Die Bedeutung städteübergreifender Kontakte für die spätmittelalterliche Außenpolitik (Internationale Tagung: "Die Stadt im Raum - Imaginationen, Interaktionen und Möblierungen", organisiert von Dr. Thomas Lau/Université de Fribourg und Dr. Karsten Igel/WWU Münster in Fribourg/Schweiz)
  • Städtische Spionage und fürstliche Gegenspionage während der Burgunderkriege (1468-1477) (Forschungsseminar Prof. Dr. Claudia Märtl und Prof. Dr. Knut Görich/LMU München)
  • Spionage und Gegenspionage während der Burgunderkriege (Wuppertal, Mediävistentag Nordrhein-Westfalen)
  • L'information et la diplomatie dans l'espace bourguignon à la fin du Moyen Âge (53es Rencontre des Centre Européen d´Études Bourguignonnes (XIVe-XVIe siècle) in Calais/Frankreich
  • Geheimnisse und ihre Übermittlung im Zeichen des Kriegs: Verwendung, Funktionen und Bedeutung der cedulae inclusae während der Burgunderkriege (Forschungskolloquium Prof. Dr. Claudia Zey/Prof. Dr. Martina Stercken, Universität Zürich)

2013

  • Gefangene Könige im Mittelalter (Oberseminar Essen/Wuppertal von Prof. Dr. Amalie Fößel und Prof. Dr. Jochen Johrendt, 25. Januar 2013)
  • "Je l´ay pris, je l´ai pris!" Die Gefangennahme von Königen auf dem spätmittelalterlichen Schlachtfeld (Internationale Tagung in Bamberg: "Der König als Krieger. Zum Verhältnis von Königtum und Krieg im Mittelalter", organisiert von Prof. Dr. Andreas Stieldorf, PD Dr. Manfred Clauss und Dr. Tobias Weller, 15.-17. März 2013)
  • Die vier Fenster des Königs oder: Gefangene Könige im mittelalterlichen Westeuropa im Vergleich - ein Werkstattbericht (Historisches Kolloquium der Friedrich-Schiller-Universität Jena, organisiert von Prof. Dr. Achim Hack, 23. Mai 2013)
  • Gefangene Könige im mittelalterlichen Westeuropa - ein Werkstattbericht (Kolloquium des Historischen Seminars der Ruhr-Universität Bochum, organisiert von Jun.-Prof. Jenny Oesterle, 29. Mai 2013)
  • Captured kings: An understudied research topic (Vortrag auf einer Sektion des International Medieval Congress/University of Leeds, organisiert von Prof. Dr. Ludger Körntgen, 30. Juni -4. Juli 2013)
  • I´ve got him, I ´ve got him: How capture a King on a Battlefield? (Vortrag an der University of Aberystwyth/Wales auf Einladung von Dr. Björn Weiler, Anfang Oktober 2013).
  • Die vier Fenster König Johanns des Guten: Die Gefangenschaft von Königen im mittelalterlichen Westeuropa (Vortrag bei den "Kieler Mittelalter-Gesprächen", organisiert von Gerhard Fouquet, Gabriel Zeilinger und Andreas Bihrer, 7. November 2013).
  • Die vier Fenster des Königs oder: Die Gefangenschaft von Königen im westeuropäischen Mittelalter (Vortrag im Forschungskolloquium der LMU München auf Einladung von Prof. Dr. Knut Görich, 13. November 2013).
  • "Quatre fenestres pour la chambre du Roy en la Tour de Londres": Gefangene Könige im mittelalterlichen Westeuropa. Ein Werkstattbericht (Vortrag im Kolloquium "Vormoderne", auf Einladung von Prof. Dr. Michael Grünbart und Prof. Dr. Martin Kintzinger an der WWU Münster, 11.12.2013).

2014

  • "Von Handschuhen, Schwertern und den "wahren Waffen" des französischen Königs. Die Erbeutung von Gegenständen aus königlichem Besitz in mittelalterlichen Schlachten" (Vortrag bei der Sektion "Gewinner und Verlierer im Normenwandel? Spätmittelalterliche Praktiken der Güterwegnahme an Land und auf See im Vergleich" auf dem Historikertag 2014 in Göttingen, 24. September 2014)
  • "Von mitteilsamen Ehefrauen und verschwiegenen Knechten: Spionage und Gegenspionage im 15. Jahrhundert" (Öffentlicher Abendvortrag im Rahmen eines Workshops der Arbeitsgruppe "Kommunikation und Macht im Alten Europa" der Graduiertenschule Kultur- und Sozialwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg am 21. Oktober 2014)
  • "I´ve got him, I ´ve got him!" Or: How to Capture a King on a Battlefield (Vortrag auf der Tagung "Society, Rule and Its Representation in Medieval Britain" am Deutschen Historischen Institut London am 13. November 2014)

2015

  • "Von Waghälsen, Kundschaftern und redseligen Ehefrauen. Städtische Spionage und fürstliche Gegenspionage während der Burgunderkriege (1468-1477)" (Heidelberger Vorträge zur Landesgeschichte am 14. Januar 2015).
  • "Ich habe ihn! Ich habe ihn!" Die Gefangennahme von Königen im Hoch- und Spätmittelalter" (Vortrag am Institut zur interdisziplinären Erforschung des Mittelalters und seines Nachwirkens (IEMAN), Universität Paderborn am 11. November 2015).

2016

  • "Von zerbrochenen Szeptern und geraubten Kronen. Gefangennahmen von Königen im Mittelalter" (Vortrag im Kolloquium des Historischen Seminars der Bergischen Universität Wuppertal am 19. Januar 2016).
  • "Espionage and Counterespionage during the Burgundian Wars (1468-1477)" (Vortrag auf der 22th Annual Conference der International Association for the History of Intelligence, Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Dresden am 17. April 2016).
  • "Der Körper des Königs im Krieg: Norm und Realität" (Vortrag auf der Tagung "Gewalt, Krieg und Gender im Mittelalter. Interdisziplinäre Perspektiven, Hannover 15. Juli 2016).
  • "The Importance of Spies for State-Buildung" (Vortrag auf der Tagung "Beyond Ambassadors: Missionaries, Consuls and Spies in premodern diplomacy", Universiteit Leiden am 30. September 2016).
  • "Rotuli im Feld? Pragmatische Schriftlichkeit während der Burgunderkriege" (Vortrag auf der Tagung"Der Rotulus im Gebrauch.Einsatzmöglichkeiten, Gestaltungsvarianz und Aussagekraft einer Quellengattung. Il rotulus in uso. Possibilità di utilizzo, poliedricità e forza espressiva di una tipologia di fonte scrittoria", Bergische Universität Wuppertal am 23. September 2016).

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