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Aktuelles

  • Vortrag von Amalia Fößel entfällt
    13.11.2018, Di. 18 Uhr, in N.10.20[mehr]
  • Sprechstunde diese Woche am Donnerstag statt am Dienstag
    Dr. Bernd Bühlbecker[mehr]
  • WZ: "Vorurteile auf dem Prüfstand"
    Artikel vom 05.11.2018[mehr]
  • Neu erschienen: Tagungsband über Moritz Julius Bonn
    apl. Prof. Dr. Ewald Grothe[mehr]
  • Maria Pia Alberzoni: Franz und Klara von Assisi – die Suche nach neuen Wegen zum Heil
    13.11.2018, 16 Uhr, HS 18[mehr]

Steffi Grundmann, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Alte Geschichte

Forschung

  • Antike Geschlechtergeschichte
  • Antike Körpergeschichte
  • Römische Religion

Dissertationsprojekt

Haut und Haar im klassischen Griechenland

In vielen Gesellschaften sind Haut und Haar mächtige Symbole, die eng mit der Konstruktion von Geschlecht, Sexualität, Schönheit, Fremd- und Selbstbildern verknüpft sind. Ihre Gestaltung und der Umgang mit ihnen unterliegen religiösen Vorschriften und anderen gesellschaftlichen Normen. Sie hängen im wahrsten Sinne des Wortes zusammen: physiologisch betrachtet sind Haare ein Teil der Haut, der ebenso wie Nägel über die Körpergrenzen hinauswächst und so den Körper ausdehnt. Haut und Haar werden als Oberfläche des Körpers wahrgenommen, tragen jedoch tief in der jeweiligen Kultur verwurzelte Bedeutungen. Ob sichtbar oder nicht, sind sie so gewöhnlich und alltäglich, dass ihre miteinander verflochtenen Bedeutungen selbstverständlich hingenommen und nicht hinterfragt werden.

Das politische, soziale und religiöse Leben in den griechischen poleis basiert auf persönlichen Begegnungen, bei denen der äußerlich sichtbare Körper von entscheidender Bedeutung ist. Zugleich spiegelt die Thematisierung von Haut und Haar antike medizinische Praktiken wider, die sich zwar nicht ausschließlich auf den ohne Hilfsmittel sichtbaren Körper beziehen, ihn jedoch ins Zentrum der Diagnose stellen.

Ich stelle mir die Frage, welche Bedeutungen Haut und Haar in verschiedenen Quellengattungen und innerhalb ihres jeweiligen historischen Entstehungskontextes zugewiesen werden und wie sie mit dieser Umgebung interagieren. Um die Vielschichtigkeit und Komplexität von Haut- und Haardiskursen aufzeigen zu können, wird eine breite Quellenauswahl aus verschiedenen Gattungen herangezogen, die das 5. Jahrhundert v.Chr. abdeckt. Diese Analyse soll ermöglichen, die Haut- und Haardiskurse in verschiedenen Rede- und Handlungssituationen zu untersuchen und zu vergleichen. Dabei steht die Differenzierung innerhalb und zwischen den einzelnen Gattungen stärker im Vordergrund als die Frage, ob sich eine historische Entwicklung oder ein Wandel der Einstellungen feststellen lassen.