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Aktuelles

  • Zusätzliche Sprechstunde am 27.06.
    Dr. Agnes Laba[mehr]
  • Vortragstag "Georg Simmel und das Leiden an der Moderne"
    Am 21. Juni, 9:30-18:30 Uhr, in K.11.07[mehr]
  • Forschungsschwerpunkt "Geschichte der mathematischen Wissenschaften" mit internationalen Gastwissenschaftlern im Juni und Juli 2018 am IZWT
    Prof. Dr. Volker Remmert[mehr]
  • Interdisziplinäres Mediävistisches Kolloqiuium
    Dienstags, 16-18.00 Uhr, U.12.03[mehr]
  • Seminar Italien im Film
    18.04, 16.05. und 27.06.2018[mehr]

Forschungsprojekt Prof. Dr. Heike Weber

Gender als Perspektive der Wissenschafts- und Technikgeschichte

Wissenschaft und Technik sind wesentlich von der Kategorie Geschlecht durchdrungen und formen umgekehrt auch Geschlecht. Dass Gender als Perspektive und Analysekategorie zur historischen Untersuchung von Wissenschaft und Technik unabdingbar dazugehört, ist nach einer ausgeprägten feministischen Wissenschafts- und Technikforschung der 1980er und 1990er Jahre Konsens. Zugleich jedoch lässt sich feststellen, dass Gender derzeit nur in wenigen Forschungsarbeiten der deutschsprachigen Wissenschafts- und Technikgeschichte systematisch analysiert wird. Demgegenüber scheinen die Gender Studies jenes Feld zu sein, innerhalb dessen neue und vielversprechende Ansätze der Genderanalyse und neue Positionen erarbeitet, diskutiert und weiterentwickelt werden (z.B. Intersektionalität, Männlichkeitenforschung, Queer Studies). Ziel ist es daher, einen Austausch zwischen Wissenschafts-/Technikgeschichte und den Gender Studies zu befördern.

Im SS 2014 fand zunächst eine Ringvorlesung zu "Geschlecht als Perspektive: Wissenschafts- und Technikforschung im Umbruch?" statt, die Forscherinnen im Feld von Gender und Mobilitäts-, Umwelt-, Physik- und Technikgeschichte als Vortragende an die BUW brachte.

Es folgte im Oktober 2014 ein Nachwuchsworkshop "Gender in der Medizin-, Wissenschafts- und Technikgeschichte", der in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für die Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik e.V. (DGGMNT) veranstaltet wurde (vgl. den Bericht zum Workshop). Junge ForscherInnen stellten aktuelle Arbeiten, Methoden und Ansätze ihrer Erforschung von Gender in der Geschichte von Medizin, Wissenschaft und Technik vor und diskutierten etwa auch, inwieweit gängige sozialwissenschaftliche Perspektiven wie beispielsweise "Intersektionalität" für die historische Analyse neu oder auch für verschiedene Zeitepochen operationalisierbar sind. Darüber hinaus bot der Workshop den Teilnehmer/innen - rund 15 Graduierende vornehmlich aus den Geschichts- und Sozialwissenschaften - die Gelegenheit, sich untereinander sowie mit den hinzugeladenen etablierten Genderforscher/innen zu vernetzen. Die Veranstaltung bildete gleichzeitig ein Pilotprojekt, um innerhalb der DGGMNT eine neue Workshop-Reihe zu initiieren: Unter dem Titel "Junge Perspektiven" soll jungen WissenschaftlerInnen ein Rahmen zur Verfügung gestellt werden, um aktuelle Ansätze und Forschungen untereinander sowie im Austausch mit bereits etablierten ForscherInnen zu diskutieren.

Für 2016 ist ein europäisch ausgerichteter Workshop zum Thema "Arbeit, Gender, Raum" anvisiert. Dieser soll nach den Relationen von Arbeit, Raum und Geschlecht fragen und untersuchen, wie vergeschlechtlichte Arbeitsordnungen mit unter­schiedlichen Raumordnungen - wie Fabrik, Werkstatt, Büro oder Haushalt - zusammen hängen. Außerdem wird das Spezifikum des häuslichen Arbeitsorts an Fällen wie Teleheimarbeit, Pflegedienst und Hausarbeit näher zu untersuchen sein. Ziel ist es, klassische Genderansätze der Arbeiter/innen- und Technikgeschichte mit Perspektiven der Gender Studies sowie aktuellen Forschungen zur Care-Arbeit bzw. Care-Ökonomie zusammen zu bringen.