Navigationsweiche Anfang

Navigationsweiche Ende

Aktuelles

  • Urlaub vom 24.09.-04.10.
    Sekretariat Neuere und Neueste Geschichte[mehr]
  • Angebot des Mentorenprogramms Geschichte für StudienanfängerInnen
    WiSe 2018/19[mehr]
  • Das Sekretariat für Alte Geschichte ist ab dem 28.8.2018 nicht besetzt
    Ab dem 28. August 2018 wird das Sekretariat der Alten Geschichtevorübergehend nicht besetzt sein.In...[mehr]

Forschungsprojekt Dr. Rüdiger von Dehn

Vom THW im Tarnfleck zur Einsatzarmee. Die Geschichte der Auslandseinsätze der Bundeswehr in der nationalen und internationalen Tagespresse.

„Die Auslandseinsätze der Bundeswehr […]  sind eine Erfolgsgeschichte der deutschen Streitkräfte.“ – mit gewissem Stolz stell General Peter Goebel diese Worten seinem Vorwort zur Aufsatzsammlung „Von Kambodscha bis Kosovo. Auslandseinsätze der Bundeswehr.“[1] Es sind die an den Einsätzen beteiligten Soldaten, die hier ihre Geschichte über die unterschiedlichen Einsätze erzählen und darlegen. Fast alle Autoren sind im Rang eines Stabsoffiziers oder bekleideten seinerzeit hohe Positionen im Bundesministerium der Verteidigung. Viel ist über Einsatzrichtlinien oder die Bedeutung der Verfassung im Kontext zu lesen.

Wenig findet sich indes über die Wahrnehmung der Soldaten in den Printmedien der Bundesrepublik. Aus der Sicht der Soldaten müssten diese vielmehr als Mittel des Krieges aufgefasst und einsetzt werden. Goebel stellt weiter fest: „Bei  länger andauernden Friedenseinsätzen kommt der Änderung von Einstellungen der Bevölkerung hohe Bedeutung zu. Ein Mittel ist der Einsatz von Medien.“[2]

Medien – gerade die Tagespresse – beeinflusst nicht nur im Einsatzland die Meinung der Menschen. Im eigenen Land, soll heißen in der Bundesrepublik Deutschland, bestimmen sie das Bild eines Einsatzes über alle gesellschaftlichen Schichten hinweg. Zudem kommt die Tatsache, dass längst nicht mehr nur von Friedenseinsätzen gesprochen werden kann. Der Einsatz der Luftwaffe über Bosnien-Herzigowina ab Juli 1995 markierte den endgültigen Wendepunkt der Entwicklung der Bundeswehr zur aktiven Einsatzarmee. Den deutschen Soldaten widerfuhr große Anerkennung in den Reihen der Nato und der Völkergemeinschaft.[3] Es war nur selbstverständlich, dass sich deutsche Soldaten an diesem multinationalen Einsatz beteiligten.

Wie stand es aber seit dem ersten deutschen Auslandseinsatz 1960 in Agadir um die Darstellung der Bundeswehr in den Printmedien national wie international? Immerhin musste die humanitäre Hilfe für die Erdbebenopfer in Marokko als „Übung“ deklariert werden, um nach außen, d.h. für die Öffentlichkeit, darstellbar zu sein. Es schien offenbar keine andere Möglichkeit zu geben, um deutsche Soldaten im Ausland legitimieren zu können. Dies ist nur einer der zu untersuchenden und zu beschreibenden Fälle.[4]

Um einen möglichst kompletten und detaillierten nationalen wie auch internationalen Überblick zu entwickeln, sind unterschiedlichste Tageszeitungen auszuwerten. Die nachfolgende Aufstellung gibt eine Übersicht über mögliche Quellenbestände:

Deutschland

England

Frankreich

USA[5]

Israel

FAZ

The Times

Le Figaro

New York Times

Jerusalem Post

Die Welt

The Independent

Le Monde

Time Magazine

Haaretz

Der Spiegel

The Guardian

Le Parisien

Washington Post

 

In der Auswertung ist danach zu fragen, wie die Auslandseinsätze der Bundeswehr der deutschen bzw. der internationalen Öffentlichkeit präsentiert und vermittelt werden. Dabei ist hervorzuheben, wie die deutschen Soldaten wahrgenommen werden. Dieser Aspekt lässt sich durch die Auswertung von Leserbriefen ergänzend beschreiben und gibt zudem eine Vorstellung davon, inwieweit die deutschen Streitkräfte in der Gesellschaft integriert waren und sind. Freilich darf ein Blick auf die Meinungen in den Reihen der NATO-Partner keinesfalls fehlen. Zusammenfassend lässt sich danach fragen, was für ein Bild „des deutschen Soldaten“ in den nationalen und internationalen Printmedien generiert wird. Eine solche Untersuchung ist bis heute ein offenes Desiderat und steht im engen Zusammenhang aktueller Forschungsvorhaben am Militärgeschichtlichen Forschungsamt des Bundeswehr in Potsdam.[6]

Archive

  • Bundesarchiv-Militärarchiv, Freiburg im Breisgau
  • Institut für Zeitungsforschung, Dortmund

Auswahlbibliographie zur Geschichte der Auslandseinsätze und zur Geschichte des Bundeswehr seit 1956

Memoiren

W. Graf Baudissin: Soldaten für den Frieden. Entwürfe für eine zeitgemäße Bundeswehr, hrsg. von Peter von Schubert. München 1970.

Handbücher

  • B. Chiari/ M. Pahl (Hrsg.): Auslandseinsätze der Bundeswehr. Paderborn 2010.
  • S. B. Gareis/ P. Klein (Hrsg.): Handbuch. Militär und Sozialwissenschaft. Wiesbaden ²2006.

Literatur zur Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

E. Conze: Die Suche nach Sicherheit. Eine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis in die Gegenwart. München 2009.

Allgemeine Literatur zur Bundeswehr

  • D. Bald: Die Bundeswehr. Eine kritische Geschichte. München 2005.
  • D. Bald u.a.: Parlamentarische Kontrolle, Bundeswehr und öffentliche Meinung. Dargestellt am Beispiel der Großen und der Kleinen Anfragen des Deutschen Bundestages 1953 bis 1987 (= SOWI-Berichte, Bd. 46). München 1988.
  • W. von Bredow: Die Zukunft der Bundeswehr. Gesellschaft und Streitkräfte im Wandel (=Politik-Gesellschaft-Wirtschaft, Bd. 45). Opladen 1995.
  • L. von Friedburg u.a. (Hrsg.): Studien zur politischen und gesellschaftlichen Situation der Bundeswehr (= Forschungen und Berichte der Evangelischen Studiengemeinschaft, Bd. 21/II). Berlin 1966.
  • K.-E. Schulz (Hrsg.): Streitkräfte im gesellschaftlichen Wandel. Sozialwissenschaftliche Analysen zum Selbst- und Umweltverständnis moderner Streitkräfte. Bonn 1980.
  • R. Zoll (Hrsg.): Wie integriert ist die Bundeswehr? Zum Verhältnis von Militär und Gesellschaft in der Bundesrepublik. München u.a. 1979.
  • Ders./ E. Lippert/ T. Rössler (Hrsg.): Bundeswehr und Gesellschaft. Ein Wörterbuch. Opladen 1977.

Allgemeine Literatur zu den Auslandseinsätzen

  • H. Biehl: Die neue Bundeswehr. Wege und Probleme der Anpassung der deutschen Streitkräfte an die außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen nach dem Ende des Kalten Krieges. SOWI-Arbeitspapier Nr. 112, Strausberg 1998.
  • CPM-Forum (Hrsg.): Auslandseinsätze der Bundeswehr. Sankt Augustin 2009.
  • Chr. Feuding: Streitkräfte als Instrument deutscher Außen- und Sicherheitspolitik seit Mitte der neunziger Jahre. Hamburg 2007.
  • P. Goebel (Hrsg.): Von Kambodscha bis Kosovo. Auslandseinsätze der Bundeswehr seit Ende des Kalten Krieges. Frankfurt a. M./ Bonn 2000.
  • H. Große: Die Bundeswehr in der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Bonn 1970.
  • H.-A. Jacobsen/ H.-J. Rautenberg (Hrsg.): Bundeswehr und europäische Sicherheitsordnung. Abschlussbericht der Unabhängigen Kommission für die künftigen Aufgaben der Bundeswehr. Bonn/ Berlin 1991.
  • St. J. Lang: Internationale Einsätze der Bundeswehr unter rechtlichen, politischen und militärischen Aspekten. Augsburg 1997.
  • M. Limpert: Parlamentsheer unter exekutivem Befehl. Berlin 2008.
  • Ders.: Auslandseinsatz der Bundeswehr. Berlin 2002.
  • St. Mair (Hrsg.): Auslandseinsätze der Bundeswehr. Leitfragen, Entscheidungsspielräume und Lehren. SWP-Studie, Berlin 2007.
  • B. Meyer: Innere Führung und Auslandseinsätze: Was wird aus dem Markenzeichen der Bundeswehr? HSFK-Report Nr. 2/2009.
  • S. Pillath: Motive und Rollenkonzepte deutscher Außenpolitik. Die Auslandseinsätze der Bundeswehr im Kongo und im Libanon. Hamburg 2008.
  • A.M. Rauch: Auslandseinsätze der Bundeswehr. Baden-Baden 2006.
  • N.K. Riedel: Der Einsatz deutscher Streitkräfte im Ausland. Verfassungs- und völkerrechtliche Schranken (= Schriften zum Staats- und Völkerrecht, Bd. 34). Frankfurt a.M. u.a. 1989.
  • Chr. Schwegemann (Hrsg.): Bewährungsprobe einer Nation. Die Entsendung der Bundeswehr ins Ausland. Berlin 2011.
  • J. Thiele: Auslandseinsätze der Bundeswehr zur Bekämpfung des internationalen  Terrorismus. Völker- und verfassungsrechtliche Aspekte (= Studien zum Öffentlichen Recht, Völker- und Europarecht, Bd. 20). Frankfurt a. Main 2011.
  • B. Thoß (Hrsg.): Vom Kalten Krieg zur deutschen Einheit. Analysen und Zeitzeugenberichte zur deutschen Militärgeschichte 1945 bis 1995. München 1995.

 


[1] P. Goebel: Vorwort des Herausgebers. In: Ders. (Hrsg.): Von Kambodscha bis Kosovo. Auslandseinsätze der Bundeswehr seit Ende des Kalten Krieges. Frankfurt a.M./ Bonn 2000, S. 9.

[2] Ders.: Lessons learned. Der Blick nach vorn. In: Ebd., S. 329-339, hier: S. 334.

[3] W. Jertz: Einsatz der Luftwaffe über Bosnien. In: Ebd., S. 136-153, hier: S. 143f.

[4] B. Chiari: Agadir 1960. Der Erdbebeneinsatz in Marokko. In: Ders./ M. Phal (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte. Auslandseinsätze der Bundeswehr. Paderborn u.a. 2010, S. 25-31, hier: S. 25f. 

[5] Unter Umständen kann die Auswertung der U.S.-amerikanischen Quellen auch auf die Soldaten-Zeitung „Stars and Stripes“ gestützt werden.

[6] Siehe dazu u.a.: www.mgfa.de/html/einsatzarmee/ (Stand: 10.01.2012).