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Forschungsprojekt Dr. Bastian Walter, M.A.

Spionage im Mittelalter: Träger und Orte, Formen und Funktionen

Sucht man bei „Google“ nach dem Stichwort „Spionage“, stößt man auf Einträge, in denen der Beruf des Spions als das „zweitälteste Gewerbe der Welt“ bezeichnet wird. Sichtet man hingegen die einschlägigen geschichtswissenschaftlichen Fachorgane, stellt man schnell fest, dass sich zwar für den Bereich der Neueren und Neuesten Geschichte zahlreiche Studien zur Spionage finden. Hier spielen sicherlich Erfahrungen des Kalten Krieges eine wichtige Rolle. Denn dass der Beruf des Spions heute eher ambivalent beurteilt wird, hat gewiss mit Figuren wie James Bond zu tun, die als Reflex darauf entstanden sind und dazu beigetragen haben, dass Spione mehr in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses gerückt sind.

Demgegenüber hat man sich in der Mediävistik nur vereinzelt mit diesem Phänomen beschäftigt. Es mag an den bisher an die Quellen herangetragenen Fragestellungen liegen, dass man sehr wenig über die Arbeit von Spionen im Mittelalter weiß. Dabei enthalten beispielsweise Briefe und Berichte von Gesandten und Chroniken zahlreiche Hinweise darauf, wie im Mittelalter Informationen auf geheimen Wegen beschafft, also „spioniert“ wurde. Wenn im Projekt der Blick auf die „Träger“ der Spionage gerichtet wird, soll das „wer“ der Spionage, sprich die verschiedenen Personen- und Berufsgruppen im Vordergrund stehen, denen es besonders leicht fiel, Informationen zu eruieren, die für sie selbst oder aber auch ihre Herrschaftsträger eine gesteigerte Brisanz besaßen.

Gleiches gilt für die „Orte“; hier wird das „wo“ der Informationsbeschaffung in Augenschein genommen und gefragt werden, ob sich bestimmte Orte ausmachen lassen, an denen es besonders leicht fiel, an Informationen und Nachrichten zu gelangen. Zu denken wäre hier beispielsweise an Wirtshäuser, Märkte oder aber Fürstenhöfe, wo ein ständiges „kommen und gehen“ herrschte und zahlreiche Informationen kursierten.  

Damit eng zusammen hängen die „Formen“ der Spionage. Hier soll der Blick auf das „wie“ der Informationsbeschaffung gelenkt werden. Denn es ist häufig nicht klar, ob Informationen im Mittelalter zufällig gehört bzw. gesehen wurden oder sich professionelle Wege der Beschaffung ausmachen lassen. Mit den „Funktionen“ der Spionage schließlich steht das „warum“ im Fokus des Interesses. Dabei ist davon auszugehen, dass auch im Mittelalter Informationen stets wichtig waren, ja das sogar mit ihnen gehandelt wurde.