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Forschungsprojekt Dr. Bastian Walter, M.A.

Netzwerk: „Informationen im Mittelalter“ (gemeinsam mit Nils Bock M.A., Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

In der heute allenthalben ausgerufenen „Informationsgesellschaft“ stellt es eine besondere Notwendigkeit dar, möglichst umfassend informiert zu sein. Dabei stößt man auf die Schwierigkeit, immer schneller aus einem schier unerschöpflichen Pool an Informationen, sei es aus den Print- oder Onlinemedien auswählen und systematisieren und vor allem diese brauchbar machen zu müssen. Längst hat man diesem Problem mit „Informationsoverload“ einen passenden Namen gegeben. Demgegenüber erscheint die Vormoderne als eine Zeit, in der Informationen allein schon aufgrund ihrer langsamen Übermittlungsgeschwindigkeit und scheinbar reduzierten Menge überschaubar und besser handhabbar gewesen sind. Doch zeigen neuere Forschungen zum Nachrichtenaustausch, Kommunikationsnetzwerken und Informalität, dass dies mitnichten so war. Vielmehr lässt sich auch für diese Zeit feststellen, dass alle Herrschaftsträger zu allen Zeiten essentiell auf Informationen angewiesen waren und gleichermaßen aus einem großen Pool an Informationen schöpfen konnten und dies auch mussten, um überhaupt eine Entscheidungsgrundlage zu haben.

Das gemeinsam mit Nils Bock, M.A. bearbeitete Projekt möchte sich mit dem für den Bereich der Mittelalterlichen Geschichte wenig beachteten Aspekt der Bedeutung von Informationen beschäftigen. Denn unserer Meinung nach vermögen Informationen, ihre Träger und ihre Verwaltung, ihre Übermittlung und Beschaffung sowie ihre jeweiligen aktuellen wie späteren Verwendungs- und Gebrauchszusammenhänge, aber auch ihre Zurückhaltung,  zu einem neuen und vor allem vertieften Verständnis von Politik und ihrem Funktionieren beitragen. Denn wie, wann und vor allem warum und mit welchem Ziel Informationen eruiert und verdichtet werden, war stets situativ und individuell und auf diese Weise von jeweiligen Kontext abhängig und eng mit diesem verknüpft. Dies voraussetzend, stehen Prozesse der Verarbeitung, Verdichtung und Deutung von Informationen im Mittelpunkt unseres Interesses. Diese lassen sich als dynamische Austausch- und Aneignungsprozesse verstehen, die zielgerichtet ablaufen können, dies aber nicht zwangsläufig müssen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Verdichtung von Informationen und deren aktuell oder später erfolgte spezifische Verwendung (soziale) Systeme und Strukturen herzustellen vermögen, zu deren Etablierung, Konsolidierung und Ausbau sie gleichermaßen beitragen. Zugleich verändern sie die Systeme und Strukturen insofern ständig, als sie stets (neu) systematisiert und organisiert, interpretiert und archiviert sowie den jeweiligen Rahmenbedingungen angepasst werden müssen, da nur auf diese Weise institutionelle Form von erfahrungsbedingten Lernerfolgen oder Wissenszugewinn profitieren können.