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Forschungsprojekt Prof. Dr. Jochen Johrendt

Die päpstliche Kapelle (12.-14. Jahrhundert)

Päpstliche Kapläne (bis ins 13. Jahrhundert auch als Subdiakone bezeichnet) sind Geistliche im direkten Umfeld des Papstes. Die päpstliche Kapelle hatte jedoch nicht nur liturgische Aufgaben, sie ist auch eine Art Funktionselite der Päpste, welche die Päpste mit unterschiedlichsten Aufträgen betrauen konnte, mit der Exekution eine Mandates, der Überbringung von Botschaften, der Untersuchung von Rechtsstreitigkeiten, diplomatischen Unternehmungen und anderem. Trotz ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeit ist die päpstliche Kapelle seit der grundlegenden Dissertation von Reinhard Elze (1950) ein sträflich vernachlässigter Forschungsgegenstand – abgesehen von jüngsten Studien von Maria Pia Alberzoni. Das Projekt zielt auf eine Untersuchung der personelle Zusammensetzung und Aufgabenentwicklung der päpstlichen Kapelle. Die Kapläne waren gleichsam ein Transformationsriemen, mit dessen Hilfe die Päpste Informationen in alle Teile des orbis brachten und aus diesem erhielten. Die Kapelle erweist sich damit als entscheidende Institution für die Vermittlung und Sammlung von Informationen. Sie ist ein wichtiges kommunikatives Bindeglied zwischen der gesamten Christenheit und den Päpsten. Der Untersuchungszeitraum soll vom 13. bis 14. Jahrhundert reichen, da so auch der Bedeutungs- und Funktionswandel der Kapelle durch den Wechsel der Kurie nach Avignon einbezogen wird.

Bisherige Publikationen zu diesem Projekt:

  • Die päpstliche Kapelle als Bindeglied zwischen Kurie und Kirche, in: Legati e delegati papali. Profili, ambiti d’azione e tipologie di intervento nei secoli XII-XIII, a cura di Maria Pia Alberzoni/Claudia Zey, Milano 2011, S. 257-278
  • Der vierte Kreuzzug, das lateinische Kaiserreich und die päpstliche Kapelle unter Innozenz III. (Ecclesia militans)