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Projekt:

Europa zwischen Aufbruch und Tradition: Französische Revolution und napoleonisches  Imperium

In jüngster Zeit hat die Epoche der Französischen Revolution und der napoleonischen Herrschaft in der internationalen Forschung eine deutliche Neuakzentuierung erfahren. Zum Sommersemester 2011 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft daher Prof. Dr. Planert ein einjähriges Forschungsfreijahr gewährt, um den 12. Band des Lehrbuchs „Oldenbourg Grundriss der Geschichte“ (bisher: Elisabeth Fehrenbach: Vom Ancien Régime zum Wiener Kongreß“) auf der Grundlage neuer Forschungsergebnisse zu aktualisieren. Dabei soll die  am Paradigma der westeuropäischen Modernisierung ausgerichtete Konzeption des Bandes durch einen multiperspektivischen Zugang abgelöst werden.

Besonders wichtig erscheinen dafür folgende Aspekte:

  1. Die Einordnung der Epoche in den globalhistorischen Zusammenhang und die Konturierung des englisch-französischen Kolonialdualismus als grundierenden internationalen Konflikt.
  2. Die stärkere Einbindung der Periode in langfristige Entwicklungsprozesse der Transformation von der alteuropäischen Gesellschaft zur modernen Welt und die stärkere Berücksichtigung von Kontinuitäten.
  3. Die Aufhebung der thematischen Konzentration auf Frankreich, Großbritannien und das deutsche Reichsgebiet zugunsten einer polyzentrischen Berücksichtigung europäischer Länder im Sinne einer vergleichenden Imperiengeschichte.
  4. Eine stärkere Thematisierung von Vergleichs- , Transfer- und Verflechtungsaspekten.
  5. Die Ergänzung des zur Entstehungszeit des Bandes dominierenden Themenkomplexes Industrielle Revolution - Revolutionsexport - Reformpolitik zugunsten aktueller Forschungsprobleme wie Globalisierungs- und Nationalisierungsphänomene, der Frage nach dem Charakter des napoleonischen Empire und seinen Herrschaftspraktiken, militär- und kriegsgeschichtlichen Aspekten sowie alltags- und erfahrungsgeschichtlichen Zugängen.