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Forschungsprojekt Prof. Dr. Arne Karsten

Rollenspiele. Zur Funktion der Künstler am frühneuzeitlichen Hof

Die Bedeutung von Kunstpatronage und Mäzenatentum bei der Entwicklung der  frühneuzeitlichen Hofkultur und die Durchsetzung herrscherlicher Machtansprüche ist im Zuge der „Neuen Kulturgeschichte“ in den vergangen Jahren intensiv beschrieben und analysiert worden. Demgegenüber sind unsere Kenntnisse von Stellung und Rolle des Künstlers, besser: der Künstler am Hofe vergleichsweise oberflächlich. Im allgemeinen wird unter Berufung auf Martin Warnkes Pionierstudie von dem Hofkünstler gesprochen, was der Vielzahl unterschiedlicher Aufgabenbereiche und Rangstufen frühneuzeitlicher Künstler, die im Herrscherdienst standen in keiner Weise gerecht wird und eine differenzierte Bewertung der historischen Funktionen der Künstler verhindert.

Untersucht werden sollen anhand ausgewählter Fallbeispiele die am Hof auftretenden unterschiedlichen Künstlertypen, ihre Aufgaben und sozialen Positionen. Die dabei zu beobachtende Bandbreite von gehobenen Kunsthandwerkern bis hin zu internationale renommierten, gelegentlich gar im diplomatischen Dienst eingesetzten Starkünstlern wie Leonardo da Vinci, Peter Paul Rubens oder Gianlorenzo Bernini gestattet zudem grundlegende Analysen zum Ausdifferenzierungsprozess der höfischen Gesellschaft in der Frühen Neuzeit. Vgl. Arne Karsten, Künstler und Kardinäle. Vom Mäzenatentum römischer Kardinalnepoten in der Frühen Neuzeit; ders., Kunst der Diplomatie. Gianlorenzo Berninis Frankreichreise und die Korsenaffäre 1662, in: Paul Fréart de Chantelou, Reise des Cavaliere Gianlorenzo Bernini nach Frankreich, hgg. v. Pablo Schneider und Philipp Zitzlsperger, Berlin 2006, S. 304-312