Geschichte und ihre Didaktik
Geschichtsdidaktik als Teil der Geschichtswissenschaft
Der Geschichtsdidaktik geht es um die Vermittlung historischen Wissens und Verstehens. Sie ist integraler Bestandteil der Geschichtswissenschaft, die als Disziplin in besonderem Maße der gesellschaftlichen Wahrnehmung ihrer Erkenntnisse bedarf.
Geschichtskultur als Gegenstand der Geschichtsdidaktik
Der Gegenstandsbereich der Geschichtsdidaktik umfasst die gesamte Breite der Geschichtskultur und damit sämtliche Formen, in denen sich Gesellschaften mit ihrer Vergangenheit beschäftigen. Dazu zählen etwa Literatur und Publizistik, Museen und Ausstellungen, Filme, Denkmäler, Lieder, Gedenkrituale oder auch der Geschichtsunterricht. Das Betrachtungsfeld reicht von der Antike bis in die jüngste Zeitgeschichte.
Die vielfältigen Formen der Geschichtskultur bieten ein breites Spektrum von Beschäftigungsfeldern für Geschichtsvermittler - sei es im Museum, im Archiv oder in den Medien. Geschichtsvermittler erzeugen und transportieren gesellschaftlich bedeutsame Narrative und befähigen die Adressaten zu deren kritischer Hinterfragung. In der schulbezogenen Lehre verfolgt die Geschichtsdidaktik das Ziel, Studierende auf ein professionelles Lehrerhandeln vorzubereiten. Dies geschieht durch die realitätsnahe Vermittlung von Reflexions-, Planungs- und Umsetzungskompetenzen.
Praxis- und Wissenschaftsorientierung in der geschichtsdidaktischen Lehre
Geschichtsvermittler sind in ihrem Berufsalltag in der Schule, im Museum oder der Publizistik darauf angewiesen, eine erfolgreiche didaktische Reduktion leisten zu können, d.h. innerhalb der gewaltigen Stoffmengen des Faches sinnvolle Auswahlentscheidungen zu treffen und komplexe Fragestellungen adressatengerecht zu vereinfachen. Hierfür ist ein solides Fundament fachwissenschaftlicher Kenntnisse und Methodenkompetenzen erforderlich. Vor diesem Hintergrund gelten für alle geschichtsdidaktischen Prüfungen und Abschlussarbeiten fachwissenschaftliche Anforderungen in vollem Umfang.
Didaktik des bilingualen Geschichtsunterrichts
Eine Besonderheit des Lehrangebots der Wuppertaler Geschichtsdidaktik sind Lehrveranstaltungen zum bilingualen Geschichtsunterricht. Ein eigener Masterstudiengang befindet sich im Aufbau. Im bilingualen Geschichtsunterricht wird neben der Muttersprache eine Fremdsprache als Werkzeug zur Lösung fachlicher Probleme eingesetzt. Die Einbeziehung fremdsprachiger Quellen und Unterrichtsmedien ermöglicht die vergleichende Analyse sprachgebundener Deutungs- und Vermittlungstraditionen. Dies fördert die interkulturelle Kommunikations- und Handlungskompetenz von Schülerinnen und Schülern, die in einer zunehmend grenzüberschreitend vernetzten Welt von größter Bedeutung ist.
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