Forschungsprojekt Prof. Dr. Remmert

Frühneuzeitliche Gartentheorie und -praxis in ihren Wechselbeziehungen zu Wissenschaft, Technik und Gesellschaft (16.-18. Jh.)

Zwischen Gartenkunst und frühen Naturwissenschaften gibt es verschiedene Querverbindungen. Einerseits verbindet sie der Glaube an die Beherrschbarkeit und die Mathematisierbarkeit der Natur, andererseits werden in der Gartenkunst aus unterschiedlichen Gründen Methoden aus den mathematischen Wissenschaften intensiv diskutiert und rezipiert. Vom späten 16. bis ins frühe 18. Jahrhundert vertraten zahlreiche Autoren – wie Boyceau, Evelyn, Dézallier d’Argenville – die Überzeugung, daß es der mathemati­schen Wissenschaften bedurfte, um die Gartenkunst zu einer berechenbaren und ver­läßlichen zu ma­chen, so daß sie ihrerseits quasi zu einer Natur-Wissenschaft wird. Dabei wurde die Gartenkunst als Disziplin durch formale Verwissenschaftlichung verändert und emanzipiert (etwa von der Architek­tur). Zugleich eröffnete die praktische Verwis­senschaftlichung den Garten­gestaltern neue Hand­lungsmöglichkeiten. Diese neuen gärtnerischen Handlungsmöglichkeiten setzten sich als neue Reprä­sentationsmöglichkeiten und -formen in den poli­tischen Raum fort. Die Gartenkunst stellte die repräsentative Spitze der Naturbeherrschung dar.

Zu diesem Themenbereich findet eine gemeinsam mit Prof. Dr. Joachim Wolschke-Bul­mahn (Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsar­chitektur, Hannover) organisierte internationale Tagung statt: Wissen und Gärten: Gartenkunst und Na­turwis­senschaften in der Frühen Neu­zeit (Hannover, 17.-19. September 2012).

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